Was nun genau am ersten Juli im Künstlerhaus in Dortmund statt-
finden wird, scheint bis auf Weiteres ungewiss. Die zehn jungen Künstlerinnen und Künstler erfüllen laut eigenen Angaben ihre Pflicht, indem sie mit Sehgewohnheiten brechen, das Bekannte in einem fremdartigen Licht erscheinen lassen und den aktuellen Stand der Gesellschaft kritisch kommentieren. Die Ausstellung baut kein Spannungsfeld zwischen diesen Bildsprachen und einem heimischen Ambiente auf. Stuben, Gaststätten und andere Räume des Zusammentreffens, in welchen unvoreingenommener Austausch stattfinden kann, spielen hier keine Rolle. Der Ausstellungszeitraum beträgt sechs Tage.
Olga Kessler
Ein Kuss - System Familie
Olga Kessler


Die Funktion der Familie hat sich gewandelt, sie ist heute die einzige Anlaufstelle für intime Kommunikation.
Da nur hier körperliche und emotionale Bedürfnisse gezeigt und befriedigt werden können, wird das familiäre Zusammenleben gleichzeitig zu einer ambivalenten und labilen Grundform menschlichen Daseins.

In Olga Kesslers Arbeit wird die beschützende Geschlossenheit familiärer Räume aufgelöst. Die Fotografien scheinen auszulaufen, die Linien stürzen und das Kind gleitet der Mutter aus dem Schoß. Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter, zwischen Mutter und Kind und der Geschwister untereinander wird über Entfernungen erzählt, über mögliche, doch nicht vollzogene Berührungen, ein Kuss der nicht erwidert wird.
Joscha Bruckert
Post Diploma - Die Einfriedung
Michael Thieme


Und könnte es nicht so sein, dass, statt sich vor dem Prekären zu schützen, statt das Prekäre nicht wahrhaben wollen und statt sich vor dem Prekären abwenden wollen, das Gegenteil - seine Bejahung - das Universelle wäre?
Michael Thieme
Nicht Eins - Das Monolithenproblem
Joscha Bruckert


Der Autor möchte anmerken, dass ein begleitender Text zu seiner Arbeit voraussetzen würde, dass das Wissen um ihre Intention für einen etwaigen Betrachter von Nutzen sei und dass es eine konkrete Bedeutung gäbe, welche sich erst durch externe Informationen erschließe. Dies sei nicht der Fall. Vielmehr müsse verstanden werden, dass der Autor zum Zeitpunkt der Fertigstellung seiner Arbeit selbst zum Be-
trachter wurde und die entstandenen Objekte nicht mehr seien als genau das, was sie sind. Sie erhielten ihre Bedeutung dadurch, dass man sie sehe.
Christine Steiner
Welcome to NEUE WELT
Jonas Holthaus


Straßen, Plätze, Supermärkte, Internetportale dienen als Bühnen des urbanen Lebens – Bühnen, auf denen im Alltag die verschiedenen Handlungen und Verhaltensweisen zur Schau gestellt werden. Wenn die ganze Welt Bühne ist, was befindet sich dann hinter den Fassaden und wie sieht es dort aus? Die Arbeit Welcome to NEUE WELT geht dieser Frage nach und sucht nach möglichen Rissen und Fehlern in den Kulissen des urbanen Lebens.
Jonas Holthaus
Über Schulen -
Post-Okkupations-Beobachtungen
Christine Steiner


In ihrer Arbeit beschäftigt sich Christine Steiner mit der Architektur von Schulgebäuden und deren Aneignung durch die Benutzer.
Die entstandenen Fotografien zeigen Post-Okkupationen, deren zugrunde liegende Handlungsmuster und deren Formvokabular auch Rückschlüsse auf Schule als soziales Funktionssystem zulassen.
Michael Lämmler
Death Star
Michael Lämmler


Die Arbeit „Death Star" beschäftigt sich mit nichts Geringerem als dem Untergang der Menschheit. Sie müssen sich allerdings nicht fürchten, da auch dieser Untergang nur ein Provisorium ist. Der Fotograf hätte gerne Raumstationen fotografiert, die Planeten zerstören, oder Vulkanausbrüche, die ganze Städte auslöschen, oder sinkende Schiffe, oder zumindest eine Mutter, die um ihr verstorbenes Kind weint. Diese Dinge wurden leider nicht fotografiert. Vielleicht müssen Sie sich doch fürchten.
Peter Hübert Carmen Catuti
Liebe Grüsse aus 18500m Höhe -
Michelle


M. und C. haben sich in Dortmund kennengelernt. M. war das Modell, C. die Fotografin. Im Lauf der Portraitstrecke geriet ihre gewohnte fotografische Herangehensweise immer mehr ins Wanken, die Portraitsituation wurde zum Machtkampf. Gegenüber dezenten Hintergründen und kargen Räumen versuchte sich M. mit übertriebenen Inszenierungen durchzusetzen. Dieser Akt der Selbstermächtigung über sein eigenes Bild zeichnete M. nicht nur als Modell sondern als einen durchaus modernen Menschen aus. Als dieser ist er nun sichtbar, er ist Bild.
Échantillons -
Almaty Ed.
Peter Hübert


Na das ist so lange her…
Ich finde die Stadt nicht wieder…
Ich habe es versucht.
Ich habe sie sogar erfunden.
Aber es funktioniert nicht…
Carmen Catuti
Frederike Wetzels

Zwischenstadt
Frederike Wetzels


In ihrer Bachelorarbeit untersucht Frederike Wetzels die Zwischenstadt und bewegt sich dabei nicht nur in den Grenzbereichen suburbaner Räume, sondern auch der Dokumentarfotografie. Ihre Bilder visualisieren eine verstädterte Landschaft, die sich als getreues Abbild einer arbeitsteilig strukturierten Gesellschaft in räumliche und zeitliche Inseln mit spezialisierten Funktionen teilt. Eine neue Form von Stadt, die sich zwischen den alten historischen Zentren und der offenen Landschaft gebildet hat, zwischen dem Ort als Lebensraum und den Nicht-Orten der Raumüberwindung.
Stefan Becker

Die Ausstellung, im Folgenden A
genannt
Stefan Becker


"Die Ausstellung, im Folgenden A genannt“ untersucht das Spannungsfeld zeit-genössischer Ausstellungen, gibt in gebundener Form einen Einblick in und auf die vielfältigen Aspekte, Hintergründe und Perspektiven zur Ausstellung.
ERÖFFNUNG

Freitag, 01.07.2011
19:00 Uhr

Künstlerhaus Dortmund
Sunderweg 1, 44147 Dortmund
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Öffnungszeiten:
02.07. - 06.07.2011
12:00 - 21:00 Uhr
Eintritt frei

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info@dasnicht.de
MYTHS OF THE NEAR FUTURE

Ab 23 Uhr gratis Party im Sissikingkong
ANFAHRT

Autobahn A 45 bis Dortmund-Hafen, Richtung Dortmund-Hafen, zweite Abfahrt nach rechts Richtung Zentrum in den Sunderweg einbiegen, nach 350 Metern links in parallel verlaufende Wohnstraße abbiegen, am Ende dieser Straße kurz vor der Kreuzung liegt links das Künstlerhaus.
Stadtbahn U47, Dortmund Hafen
Stadtbahn U43 / U44, Unionstraße
Bus 452 / 460 / 475, Kesselstraße
Fahrplanauskunft
 
PRESSE

Die aktuelle Pressemitteilung inklusive Bildmaterial in Bildschirmauflösung steht zum Download bereit: presskit (5MB)
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG


Künstlerhaus Dortmund


Lemon Aid


Eldoradio Dortmund


Buchbinder Rent A Car
IMPRESSUM

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§ 6 des Medienstaatsvertrages und § 6 des Teledienstgesetzes: Stefan Becker; Joscha Bruckert; Carmen Catuti, Jonas Holthaus, Peter Hübert, Olga Kesseler, Michael Lämmler, Michael Thieme; Christine Steiner, Frederike Wetzels c/o Hohe Straße 69, 44139 Dortmund
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